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| ISBN: 3791333836 ISBN: 3791333836 ISBN: 3791333836 ISBN: 3791333836 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Rechts oben thront erhöht die Madonna. Zu beiden Seiten knien in fast
symmetrischer Anordnung die Familienmitglieder des Hauses Pesaro. In den
Lüften zwischen zwei den Bikldraum durchstoßenden
Monumentalsäulen schweben zwei Putten mit dem Kreuz als Hinweis für
die Erlösung.
3) Um 1530 ist die 3. Periode anzusetzen, die sich durch eine neuerliche
Ruhe mit besonderer Liebe fürs Detail auszeichnet. 1530 trifft Tizian auch
das erste Mal mit Kaiser Karl V. in Bologna zusammen. Es entwickelt sich eine
Freundschaft zwischen Tizian und dem Kaíser, die bis zu seinem Tod
andauert und ihm den endgültigen Durchbruch zum Porträtmaler brachte.
In dieser Zeit entwickelt sich auch sein Ruf als überragender Kolorist. Wo
zuvor noch farbliche Schwerpunkte und Kontraste das Thema beherrschte, waren nun
in seiner Farbpalette auch fein abgestufte Farben zu finden. Vor allem seine
Porträts gewannen an Individualität, Persönlichkeit und
realistischem Wahrheitsgehalt. Tizians überlegene Stärke bei den
Porträts lag in der Herausarbeitung der Charaktere in ihrer
Größe und Tragik,wie sie sich besonders bei den Bildnissen Karl V.
wiederspiegelt. Daneben entstanden auch zahlreiche religiöse Werke, wie
„La Gloria“ (1551/54), welches dem Allerheiligenbild Dürers
verwandt ist.
4) In den fünfziger Jahren wandte sich Tizian hauptsächlich Aken
und Mythologien zu, wie z.B.
„Venus mit Spiegel“
„Danae“
5) In seinem Altersstil, dessen Beginn Mitte der fünfziger liegt,
treten die Elemente in den Hintergrund welche er am Anfang der fünfziger
bei seinen Schöpfungen betonte (Rhythmus, Schönfarbigkeit,
Kostbarkeit, Eleganz) zurück. In seinen Spätwerken verstärkte
sich die Farbe zu einer Intensität, zu einer „geheimnissvollen“
Substanz, die das Soffliche überwindet und überirdischen Charakter
animmt. In dieser Phase entstanden viele seiner Hauptwerke, so z.B. auch die
„Dornenkrönung“.
Johann W von Goethe charakterisierte Tizians Altersstil
folgendermaßen:
„Tizian malte im hohen Alter diejenigen Stoffe
, die er früher so konkret nachzuahmen gewußt hatte, auch nur in
abstracto "
→
zeichnerische Genauigkeit nur in Ansätzen vorhanden, er verlagert sich mehr
auf freiere Darstellung seiner
Kunstobjekte
„Dornenkrönung“ (nach 1570):
Da das Bild ist unvollendet ist, kann man Tizians Umgang mit der Farbe
besonders gut erkennen. Vorbereitung und Ausführung sind bei Tizian nicht
getrennt. Die Komposition wird bereits farbig aufskizziert. Der Malerei geht
keine Umrißzeichnung voraus, sondern die Umrisse entstehen als Resultat
des Farbauftrags. Änderungen der Komposition der Umrisse und Farben sind in
jedem Stadium des Malprozesses möglich und in unserem Beispiel an vielen
Stellen deutlich zu erkennen. Der vom rechten Bildrand überschnitteng Knabe
im Vordergrund wurde am meisten umgeformt. Sein Gesicht wurde völlig neu
gemalt, auch hält er seine Stäbe in eine gänzlich andere Richtung
als ursprünglich. Am rechten Ärmel der durch Mütze, Streitaxt und
Schwert ausgezeichneten Rückenfigur, des sogenannten
»Heerführers«, sind die Stäbe in ihrer ursprünglichen
Haltung noch unübermalt zu erkennen. Auch sonst sind, z.B. am Schienbein
des Knaben, nachträgliche Korrekturen leicht festzustellen. Da Ölfarbe
nur langsam trocknet kann der Maler leicht korrigieren. Auch nach dem Trocknen
kann die Farbe jederzeit abgekratzt und übermalt werden, und so besteht die
Möglichkeit selbst während des Malvorgangs die Kompositionsidee zu
verändern bzw. erst zu entwickeln.
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